Der Ökolandbau

Da wir im ökologischen Landbau auf chemisch-synthetische-Pflanzenschutz und synthetische Düngemittel verzichten, sind wir darauf angewiesen, die Pflanzen auf eine andere Art und Weise zu versorgen und pflegen.

Um unseren Boden langfristig zu schützen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen, arbeiten wir mit vielen verschiedenen Methoden - die Natur hat viel zu bieten, das man hierfür nutzen kann.

Wir setzen beispielsweise auf eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, die der Gegensatz zu einer Monokultur ist. Wir bauen viele verschiedene Pflanzen mit unterschiedlichsten Eigenschaften an. So kann eine Kultur von der vorherigen etwa profitieren und beispielsweise einen Beikraut- oder Schädlingsdruck für Folgefrüchte minimieren. Durch diesen abwechslungsreichen Wechsel schaffen wir ein ausgeglichenes Verhältnis für die Pflanzen.

Da wir auf synthetische Düngemittel verzichten, müssen wir die Pflanzen anderweitig mit Nährstoffen versorgen.

Woher nehmen? Warum nicht aus der Luft? In unserer Atemluft sind natürlicher Weise hohe Mengen an Stickstoff enthalten, doch leider ist dieser chemisch so aufgebaut, dass ihn die Pflanzen nicht direkt nutzen kann. Darum bauen wir Leguminosen an. Zu den Leguminosen zählen z.B. Kleearten, Linsen, Sojabohnen oder Erbsen.

Diese bilden eine Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln und besitzen so die Fähigkeit, den an jedem Feld in hohen Mengen verfügbaren Luftstickstoff aus der Luft zu sammeln und an den Boden abzugeben. Den gesammelten Nährstoff kann dann die Folgefrucht verwenden und damit gedeihen, denn nun ist er in eine chemische Form umgewandelt, den die Pflanze auch verwerten kann

Ein Beispiel einer Fruchtfolge

1. Jahr Kleegras
Kleegras ist eine Mischung, welche unter anderem Rotklee, Luzerne oder Gräser enthält. Rotklee oder Luzerne zählen zu den Leguminosen und besitzen dadurch die Fähigkeit mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln den Pflanzennährstoff Stickstoff aus der Luft im Boden anzureichern. Die enthaltenen Gräser können diesen nutzen und damit organische Substanz aufbauen. Zugleich bietet das Kleegras eine wundervolle Blütenvielfalt und folglich Nahrung für unsere Bienen.

2. Jahr Kleegras
Das Kleegras ist mehrjährig und steht somit zwei Jahre auf dem Feld. Dadurch wird der Boden zusätzlich vor Erosion geschützt und die Pflanzen können sich gut am Feld etablieren. Im zweiten Jahr kann es durch die stark ausgebildeten Wurzeln den Boden lockern, Beikräuter regulieren und über pflanzliche Substanz Humus aufbauen.

Das Kleegras schafft durch seine positiven Eigenschaften bei uns das Fundament für einen erfolgreichen Anbau der folgenden Kulturen.

3. Jahr Weizen
Der Weizen profitiert vom Kleegras und verwendet beispielsweise den gesammelten Stickstoff für sein Wachstum und den Aufbau wichtiger Proteine.

4. Jahr Kartoffel
Die Kartoffel bietet als Blattfrucht, die den Boden lockert, was dem nachfolgenden Getreide ein gutes Wachstum ermöglicht.

5. Jahr Roggen
Roggen hat ein sehr langes Stroh, was eine wichtige organische Masse für eine neue Humusbildung darstellt.

6. Jahr Lein
Der Lein bereichert unsere Natur mit seiner blauen Blütenpracht und schenkt uns am Ende die gesunden und schmackhaften Körner.

7. Jahr Sojabohne
Die Sojabohne ist eine Leguminose und besitzt dadurch die Fähigkeit, mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln den Pflanzennährstoff Stickstoff aus der Luft im Boden anzureichern . Diesen verwendet sie selbst oder stellt ihn den nachfolgenden Kulturen zur Verfügung.

8. Jahr Dinkel
Der Dinkel verwendet die von der Sojabohne hinterlassenen Nährstoffe und generiert dadurch neues Pflanzenwachstum.

Nun beginnt der Kreislauf von neuem und das Feld wird erstmal mit Kleegras bestellt und somit „in den Urlaub“ geschickt.